HOME
home · das Brauseboys-Newsletter Archiv


{Stippgrütze und Blutgemüse 3.10.06}

>>>>>>>BRAUSEBOYS-NEWSLETTER<<<<<<<<<<<
die Themen:
-Do., 5.10. BRAUSEBOYS – WESTFALEN WOCHEN mit Andreas Scheffler! 21 Uhr /Laine-Art
-Brauseboys on Tour, Lesershow zieht in den Wedding
-Volker Surmann gibt zu: Ich bin Westfale!

Kindheit auf dem Bauernhof (1)
In der Schule, auf die ich ging, waren nur ganz wenige Bauernkinder. Meine Schulfreunde waren Banker-, Lehrer-, Anwalts- und LBS-Bezirksleiterkinder. Ich habe mich deshalb immer geschämt, doch meist waren es die Anwaltskinder, die sich im Zweitmercedes ihrer Mutter gerne zu mir auf den Hof bringen ließen, um dann mit mir in Gummistiefeln über die Weiden zu ziehen und mit Anlauf in jeden Kuhfladen zu springen. Abends, wenn die Anwaltsfrau ihren Anwaltssohn wieder abholen wollte, lagen wir heimlich kichernd, versteckt auf unserer Diele unter Bergen aus frischem Rübenlaub.
Dann schämte ich mich einmal nicht, Bauernkind zu sein, sondern freute mich, dass die Anwaltskinder auch mal was erlebten.
Heute bin ich froh über meine Herkunft, denn die Anwalts- und Bankerkinder sind inzwischen alle selbst Anwälte oder Banker oder mindestens in der FDP. Ich glaube, ich hatte eine glückliche Kindheit.

Kindheit auf dem Bauernhof (2)
Kay und ich haben immer Radio gespielt. Das konnten wir immer nur bei ihm spielen, denn Kay hatte einen Cassettenrecorder und ich nicht. Stundenlang haben wir uns in seinem Zimmer eingeschlossen, und Radiosendungen aufgenommen. Grundsätzlich waren dabei die Rolläden geschlossen. Aber wir dachten, da man beim Radio nichts sieht, muss im Studio wohl auch dunkel sein. Noch heute wundere ich mich jedes Mal, wenn ich ein Radiostudio sehe, über die meistens großflächigen Fenster.
Wenn Kay mich jedoch besucht hat auf unserem Bauernhof, spielten wir Parfümeure. Wir sind über die Wiesen und Felder gezogen, haben allerlei blühende und duftende Blumen und Blätter ausgerupft und später in der Scheune gesessen zwischen einer Batterie aus leeren Gurken- und Würstchengläsern. Dann wurden alle Pflanzen zerstoßen und zermörsert, ausgepresst und luftdicht verschlossen. Eine Woche später haben wir dann an den schimmelnden und gährenden Gläsern gerochen und waren etwas zerknirscht. Kay hat sich trotzdem etwas von der grünen Brühe auf die Wangen getupft, weil er meinte, auf der Haut röche das ganz anders. Seine Mutter war dann böse auf uns, weil sie meinte, wir hätten uns wieder in Gülle gewälzt. Dabei hatten wir uns solche Mühe gegeben.

www.volkersurmann.de
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

WESTFALEN WOCHEN im Oktober

Nach den Nichtberlinern mit schwäbischem und türkischem Migrationshintergrund sind wohl die Exil-Westfalen die zahlenmäßig größte Gruppe von Nichtberlinern in Berlin. Überdurchschnittlich viele Westfalen treiben sich zudem auftretenderweise auf Bühnen herum. Grund genug, mal einen ganzen Monat lang nur Menschen dieses Schlages als Gäste zu den Brauseboys zu laden. Immerhin bestehen die Brauseboys zur Hälfte ja ebenfalls aus Westfalen.

-Donnerstag, den 5.10. >> Der BRAUSEBOYS - Text & Musik mit Nils Heinrich & Heiko Werning, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann & ANDREAS SCHEFFLER >>21 Uhr /Laine-Art

>Andreas ist der lesende und singende Gütersloher im "Frühschoppen", zudem ehemaliger Weddinger, jetzt in Berlin-Mitte zu Hause und vielfacher Katzenpappi und Bogart-Fan. Außerdem Alltagsphilosoph, Modernisierungsskeptiker, Erhalter der gepflegten Sprache und begnadeter Darsteller von Mecker-Opis.
www.andreas-scheffler.de

Aussichten:
-BRAUSEBOYS- Wir sind nur Kurzgeschichtenvorleser – TOURTERMINE:

>Freitag, den 13.10. Brauseboys in Trier (Produktion am Dom) >20 Uhr

>Samstag, den 14.10. Brauseboys in Landau (Reptilium - Terrarium und Wüstenzoo) >19.30 Uhr (Beginn)
www.reptilium.de

weitere Infos, Links und neue Inhalte unter
www.brauseboys.de
www.laine-art.com
www.browserboy.blog.de
http://taz.de/blogs/reptilienfonds/
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Text, Musik und die nettesten finnischen Gastgeber der Welt. >Jeden Donnerstag, 21 Uhr< im Laine-Art, Liebenwalder Str.39, Hinterhof, nahe U6-Seestraße, U9-Nauener Platz und MetroTram M13 Osram Höfe (der 4. Donnerstag im Monat ist rauchfrei!)

Kulturhinweise:

-Heute, Dienstag, den 3.10. – LESERSHOW Torstraße - Es herbsteln mit Text und Musik und in größtmöglicher Einheit: Thilo Bock, Robert Rescue, Stephan Steckling, Udo Tiffert und LEA STREISAND - Lautmalerin & neuerdings auch Dienstagsprophetin. DAS LETZTE MAL im Baiz – Christinenstr.1 (nahe U2-Rosa-Luxemburg Platz) >20.15. Uhr

Ab November heißt es dann: Jeden 3.Samstag Text & Tanz bei der LESERSHOW WEDDING / Premiere 25.11. / 21 Uhr / im Mastul. www.mastul.de

----------------------------------------
wer den newsletter nicht mehr erhalten möchte, schreibe „Möppkenbrot! Möppkenbrot! Möppkenbrot!“ in den betreff der zurückgesendeten mail.
-----------------------------

Grüße
vom
Browserboy




  © 2006· Browserboy· Emailnewsletter bestellen