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{Hartz am Limit! 04.01.05}

>>>>>>>BRAUSEBOYS-NEWSLETTER<<<<<<<<<<<
die Themen:
-Do, 6.1.05, LOS! ARBEITEN! Brauseboys-Themenmonatsauftakt mit KIRSTEN FUCHS
-Arbeiten I

Es gibt Menschen, die arbeiten einfach. Von meinem neuen Arbeitszimmer aus kann ich einen über den Hof weg beobachten. Der setzt sich morgens an seinen Schreibtisch und arbeitet, und am Abend sitzt er immer noch da. Und arbeitet. Was er arbeitet, an PC und Aktenschrank, ist unklar. Birte tippt auf Werbeagentur, die ganze Etage ist beleuchtet und wie ein Büro eingerichtet, in dem viele Menschen „in den besten Jahren“ umherhuschen und Kaffee kochen.
Ich sehe ihm dabei zu, wie er arbeitet und arbeitet und arbeitet. Zwischendurch räume ich meine Bücherregale ein, bohre Löcher, streiche Wände, arbeite also an meiner neuen Wohnung. Und er arbeitet immer noch. Klickt auf der Maus rum, geht zum Wandschrank und führt klärende Gespräche, die ich mir ohne Ton ansehe.
Frage mich, was er macht. Er arbeitet lange, scheint aber nicht so angespannt, als ginge es darum, schnell etwas Brillantes zu erzeugen, aber er arbeitet konzentriert ohne große Pausen.
Arbeitet er an einer Werbebroschüre für einen Staubsauger? Arrangiert er Fotos für eine Werbebeilage von Plus, die in einer Woche meinen Briefkasten verstopfen wird?
Ich sehe zu ihm herüber. Versuche ihn durch beharrliches Starren auf mich aufmerksam zu machen. Ihm muß doch auf aufgefallen sein, daß gegenüber eine Wohnung neu bezogen worden ist, daß Menschen die Räume streichen und neue Möbel in den Zimmern stehen?
Daß noch keine Vorhänge oder Jalousien vor der Dusche sind und Frau und Mann sich trotzdem nackig vor den Fenstern bewegen. Daß muß einem doch auffallen!
Ich starre weiter. Irgendwann muß er doch gucken.
Vielleicht reizt ihn eine Bewegung?
Ich führe meine Hände an den Kopf, damit sie ihm sichtbar sind und wackele mit den Händen. Negativ. Ich probiere es noch mal. Negativ. Ich ärgere mich langsam, daß ich mir so viel Mühe für seine Aufmerksamkeit mache. Wackele wilder mit Händen. Negativ. Führe die Hände vor die Nase, hintereinander und ziehe ihm eine Nase. Ziehe ihm eine richtige Nase. So mit Zunge rausstrecken.
Und jetzt guckt er!
Student und Schriftsteller von gegenüber, der wochentags unrasiert in seiner Schreibstube sitzt und den Tag mit Renovieren, Bier trinken und Geschichten schreiben rumbringt. Der ein schlabberiges Star-Wars T-Shirt anhat und an seinem „Arbeits“-platz hemmungslos rauchen darf. Der ihm die Zunge rausstreckt und eine Nase zieht. Eine richtige Nase…
Den sieht er. Und ist sauer. Macht ein säuerliches Gesicht und schaut wieder weg.
„Tut mir leid!“, will ich rufen. „Tut mir leid, aber ich habe doch nur Spaß gemacht“, und er sieht nur, wie ich wild im Zimmer umhertanze, mittags, am Fenster, zu Hause, und er muß arbeiten, immer nur arbeiten, zwölf oder vierzehn Stunden und er zeigt mir den Stinkefinger, ja, er zeigt mir den Stinkefinger. Und arbeitet weiter. Immer weiter, bis ans Ende seiner Tage.

LOS! ARBEITEN!
Themenmonat bei den BRAUSEBOYS- Ein Hartz und eine Schnauze!
Robert Rescue, Heiko Werning, Nils Heinrich, Volker Surmann, Hinark Husen, Frank Sorge und >>KIRSTEN FUCHS
berichten aus ihrem Arbeitsleben! Text, Musik und die nettesten finnischen Gastgeber der Welt.

Donnerstag, 6. Januar, 21 Uhr, im Laine-Art, Liebenwalder Str.39, Hinterhof, nahe U6-Seestraße, U9-Nauner Platz und MetroTram M13 Osram Höfe

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einen schönen Werktag
wünscht euer
Browerboy


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