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{Frieren im Frühling! 10.5.05}

>>>>>>>BRAUSEBOYS-NEWSLETTER<<<<<<<<<<<
die Themen:
-Donnerstag, 12.5.05, BRAUSEBOYS mit GEORG WEISFELD
-Hochhuth vor dem Fall

Alles ist vergänglich. So machen sich die politischen Verantwortlichen schon jetzt merkwürdig hysterische Gedanken darüber, was man wie am Holocaust-Mahnmal in 15-20 Jahren sanieren muß. „Natürlich setzt das Denkmal bald eine Patina an!“, wird da so ein Verantwortlicher zitiert. „Und Beton ist auch sehr witterungsempfindlich“, streicht jemand vor der Kamera liebevoll über eine Fläche und äußert versonnen: „so schön glatt wird es nie wieder mehr sein!“ Ja, natürlich verändert sich das Material mit der Zeit und besonders der Architekt mußte daran denken. Aber das ist doch NORMAL. Gerade der Architekt, also Peter Eisenmann, bleibt sogar ziemlich gelassen, was Zeitspuren angeht. Die umstrittene Lackierung gegen Schmierereien hätte er eigentlich unnötig gefunden. Sollen doch alle ihre Kommentare ranschreiben und damit Meinungen äußern! sagt er sinngemäß. Na huch! dachte ich, klingt fast wie ein Aufruf! Das hätte man nicht erwartet, aber Künstler dürfen so was äußern, es werden ja trotzdem unauffällig gekleidete Denkmalswächter im Mahnmal patrouillieren und im Zweifelsfalle Spraydosen und Stifte einkassieren. Seltsam auch, wenn alternde Schriftsteller aus dem Publikum heraus plötzlich wilde Vorwürfe in die Pressekonferenz rufen: „das Fehlen von Opfernamen auf den Stelen des Mahnmals verlängere das Schweigen über den Holocaust.“ Und nicht nur mir geht es so: Ich weiß einfach nicht, was er meint?? Wer schweigt denn darüber? Und wenn sich Rolf Hochhuth auf eine erste Zurückweisung des Vorwurfes, dann noch hinstellt und kontextlos in lässiger Selbstüberschätzung behauptet, er sei ja der erste gewesen, der Auschwitz auf die Bühne gebracht habe, frage ich mich weiter: Warum redet der da? Geht es um das Mahnmal oder geht es um Hochhuth-Hochmut? Daß gerade vor ein paar Tagen am 8.Mai durch viele tausend Gegendemonstranten weitgehend friedlich eine Neonazi-Aufmarsch verhindert wurde, zählt wohl nicht, wenn das Ego drückt, oder daß die umfassende, kritische Beschäftigung mit Krieg und Holocaust in jede Schülerlaufbahn gehört? Und, und, und! Ja nicht mal Verbrechervereine wie die NPD schweigen über den Holocaust. Sie reden halt nur Stuß darüber. „Ich wollte keinen Friedhof bauen!“, schließt der Architekt die Diskussion und das verstehe ich. Eigentlich ist doch alles gut. Das Mahnmal ist eindrucksvoll, man rechnet mit mehreren Millionen Besuchern pro Jahr, im Keller befindet sich ein ordentliches Informationszentrum und es gibt „viel Raum für Interpretationen“. Ob Namen auf den Stelen sinnvoll sind, ist gewiß schon sachlicher diskutiert worden und um es mal ganz doof auszurücken: Die Stelen rennen ja nicht weg!
Vielleicht sollte Rolf Hochhuth sich heute nach der Einweihung mit dem Stift an die erste Stele stellen und beginnen, die Namen der Opfer anzuschreiben? Man verzeihe mir bitte den Witz, aber den Segen des Architekten hätte er ja. Die jugendlichen Sprayer - die das Fernsehen gestern vor die Kamera zerrte, beteuern sowieso, vor Denkmälern hätten sie RESPEKT und ziehen die Kapuzen ins Gesicht. Das macht doch Mut. Vielleicht würden die sogar mitmachen, Herr Hochmuth. Auf jeden Fall müßten Sie den Jugendlichen erstmal erklären, wer sie eigentlich sind. Wir wissen es übrigens auch nicht mehr so richtig!

Donnerstag, den 12.5. >> DIE BRAUSEBOYS – Frieren im Frühling - mit Volker Surmann, Nils Heinrich, Heiko Werning mental, Robert Rescue, Hinark Husen, Frank Sorge & GEORG WEISFELD (der Mann mit dem Kleiderbügel, der Bananen quer essen kann!)

Text, Musik und die nettesten finnischen Gastgeber der Welt. Frisch geduscht ins dritte Jahr seit Beginn des Irak-Kriegs!

Donnerstag, 12. Mai, 21 Uhr, im Laine-Art, Liebenwalder Str.39, Hinterhof, nahe U6-Seestraße, U9-Nauener Platz und MetroTram M13 Osram Höfe

Edle Kulturhinweise:

>>Samstag, 14. Mai, um 21 Uhr, in der Galerie K >>Der Wedding erobert den Kreuzberg, Teil 5: „WELTSTARS UNTERWEGS!“ ROBERT RESCUE & FRANK SORGE lesen im Duett. Galerie K, Luckauer Str.10, in Kreuzberg 36.

>>Nächsten Donnerstag, den 19.5. kommt KNORKATOR zu die Brauseboys ins Laine-Art. Die Krawallcombo liest aus: Am Anfang war das Am! 21.00 Uhr, 5 Euro

> >An alle Cottbusser! Heute kommen die BRAUSEBOYS - 21 Uhr- am 10.5. ins Muggefug, Cottbus. (www.muggefug.de)

> >Nächsten Dienstag, 17.5. - 21.00 Uhr - die MARABÜHNE – Kirsten, Thilo, Nils, Frank, Lutz Peter & Ivonne Friese erzählen was. L.U.T.Z.E: und DJo machen Musike. In der Marabu-Bar, Oppelner/Görlitzer Park, nahe U-Schlesisches Tor.

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wer den newsletter nicht mehr erhalten möchte, schreibe den titel einer veröffentlichung von rolf hochhuth in den betreff der zurückgesendeten mail.
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einen schönen Tag noch
wünscht euer
Browserboy


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