HOME
home · das Brauseboys-Newsletter Archiv


{ 11.10.06 Himmel und Erde}

>>>>>>>BRAUSEBOYS-NEWSLETTER<<<<<<<<<<<
die Themen:
-Do., 12.10. BRAUSEBOYS – WESTFALEN WOCHEN mit Corinna Stegemann & Ekki Busch! 21 Uhr /Laine-Art
-Brauseboys on Tour in Trier & Landau, Marabühne
-Alles Anders

In einem kleinen Ort bei Rostock erfahre ich, daß es vorbei ist. Gegenüber vom Bahnhof setzen wir uns in ein Café mit Mittagstisch, um Bratwurst mit Porreepampe zu essen. „Gestern abend noch hab ich gehört, er wär nich geknackt, heute früh hamsis denn im Radio gesagt...“ Der schon angejahrte Mecklenburger Mann stockt, und die Vorpommersche Frau und er schauen einmal betreten auf den Porreeschleim, der sich einfach nicht in Trüffelmousse verwandeln will. „Ah, isser weg?“ frage ich von weitem. „Ja, is wech!“ Die Frau drückt eine F6 in den Ascher.
Sonst sind nur wir im Gastraum, und der Wirt dreht ab und zu seine Runden. Er bewegt sich so sehr in Zeitlupe, daß Micha ihn nach dem Bestellen und einer gemütlichen Zigarette auf dem Weg zum Tresen abfangen kann, um nach der Toilette zu fragen und auf dem Rückweg noch rechtzeitig zurück ist, um aus seinen salzigen Kartoffeln gebratene zu machen, bevor die Bestellung an die Küche geht. Während uns der Wirt schließlich das geöffnete Bier bringt, läuft in seinem Rücken die Nachrichtensendung zur vollen Stunde durch.
Der Mecklenburger kann es erneut nicht fassen, er schlägt vier Gabelzähne in die Bratwurst, die vergeblich wegzuschwimmen versucht und schneidet ein großzügiges Ende ab, das er verzweifelt anspricht: „35 Millionen! Un watt datt Schlimmste is...?“
„Gibs was neues vom Checkpott?“, fragt der Wirt, der gerade in Reichweite unseres Tisches zu kommen droht.
„Na datt erzähl ich doch gerade!!“
„Kann ich ja nich sehen!“ Hinter seinem Rücken kommt das Profil von Kim-Jong-il ins Bild.
„Der is wech. Un nu rat mal, wo der Gewinn hingeht?“
„Warte ma, ich muß erstmal das Bier abstellen.“ Während er spricht, beugt er sich eine verschwörerische Minute lang zu uns runter „Wir ham grad nur ausser Flasche, die Anlage is nich in Ordnung.“
„In Ordnung!“, sagen wir und ergänzen: „Wir ham ja auch nicht so viel Zeit!“
Da der Wirt jetzt wendet, kann er bald wieder den Landsmann und den Wetterbericht sehen.
„Und wieviel sind datt jetzt?“ „Watt?“ „Na die Gewinner?“ „Is nur einer! Aus NRW.“ „Watt?“ „N-R-W – im Westen!“ „Ach so!“ „Ham da schon die fette Kohle und gewinn auch noch ständig im Lotto!“ „Aha!“ „Weil die mehr Geld für Lottoscheine ham.“ „Ach so!“ Der Mecklenburger läßt es dabei bewenden und zieht ein Kreuzworträtsel heran.
„Watt fehlt hier noch, Mudder? Abiturient? Fünf oder watt Buchstaben.“ Mudder weiß nicht.
„Odda hier, O, E, E, böse? Ne Möse?“
Na das wird wohl falsch sein, denken wir.
„Nee stimmt nicht, aber Möse, hähhäh – datt wär das Einzige, watt mir jetzt helfen kann, wo datt Geld wech is... hähhh! Armet Mecklenburch, jetzt hilft nüscht mehr. Mudder, ick werd Dschiggolo!“ Wir drehen uns weg, der Wirt macht einen schnellen Schritt in die Küche. Mudder antwortet nicht, schiebt eine Kartoffel an den Rand, legt das Besteck ab und greift nach der Zigarettenschachtel. „Ja, red ma!“ -
Als wir aufbrechen, werden Micha und ich noch einem Ratespiel unterzogen. „Na un wo kommt ihr her?“ „Aus Berlin.“ „Na West oder Ost?“ „Das gibt es doch gar nicht mehr!“, bemerkt Micha freundlich, gibt aber einen Tip: „Einer so, einer so.“ „Na dann laß ma raten!“ Wir werden genau gemustert, auch Mudder scheint mitzumachen.
„Tut uns leid!“, winken wir zum Abschied. „Ist genau andersrum!“
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

WESTFALEN WOCHEN im Oktober

Nach den Nichtberlinern mit schwäbischem und türkischem Migrationshintergrund sind wohl die Exil-Westfalen die zahlenmäßig größte Gruppe von Nichtberlinern in Berlin. Überdurchschnittlich viele Westfalen treiben sich zudem auftretenderweise auf Bühnen herum. Grund genug, mal einen ganzen Monat lang nur Menschen dieses Schlages als Gäste zu den Brauseboys zu laden. Immerhin bestehen die Brauseboys zur Hälfte ja ebenfalls aus Westfalen.

-Donnerstag, den 12.10. >> Der BRAUSEBOYS - Text & Musik mit den Westfalen Heiko Werning, Hinark Husen, CORINNA STEGEMANN & EKKI BUSCH, sowie den anderen (Robert Rescue und Frank Sorge). >>21 Uhr /Laine-Art

>Corinna ist eine ganz böse Taz-Kolumnistin und Ekki ein ganz lieber Akkordeonspieler (war früher aber ein Element of Crime, klickt dennoch bedenkenlos: www.ekkibuschterzett.de ). Beide sind aus dem falen Westen.

TOURTERMINE:
Und wieder sind die Brauseboys auf Tour. Zweimal heißt es: „Wir sind nur Kurzgeschichtenvorleser“, in:

TRIER >Freitag, den 13.10. Brauseboys in der Produktion am Dom >20 Uhr

LANDAU >Samstag, den 14.10. Brauseboys im Reptilium - Terrarium und Wüstenzoo >19.30 Uhr (Beginn)
www.reptilium.de

weitere Infos, Links und neue Inhalte unter
www.brauseboys.de
www.laine-art.com
www.browserboy.blog.de
http://taz.de/blogs/reptilienfonds/
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Neue Texte, Musik und die nettesten finnischen Gastgeber der Welt. >Jeden Donnerstag, 21 Uhr< im Laine-Art, Liebenwalder Str.39, Hinterhof, nahe U6-Seestraße, U9-Nauener Platz und MetroTram M13 Osram Höfe (der 4. Donnerstag im Monat ist rauchfrei!)

Kulturhinweise:

-Dienstag, den 17.10. >die MARABÜHNE - Kirsten, Thilo, Bohni, Tobias, Frank & BOV BJERG lesen was vor, die MILDE MARIA und DJo machen Musike– Marabu Bar / Oppelner Str./Görlitzer Park (nahe U-Schlesisches Tor) >21 Uhr

----------------------------------------
wer den newsletter nicht mehr erhalten möchte, schreibe „Wi maken di platt!“ in den betreff der zurückgesendeten mail.
-----------------------------

Grüße
vom
Browserboy


  © 2006· Browserboy· Emailnewsletter bestellen