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{Feiern Geburtstag! 22.3.05}

>>>>>>>BRAUSEBOYS-NEWSLETTER<<<<<<<<<<<
die Themen:
-Donnerstag, 24.3.05, Laine-Art, die BRAUSEGIRLS!
-Samstag, 26.3.05, BRAUSEBOYS-GEBURTSTAGSGALA mit Volker Strübing & Elis
-Wie wird man Brauseboy?

Vor etwas mehr als zwei Jahren plünderte ich mit Thilo den Bierautomaten einer kirchlichen Hochschule nahe Nürnberg. Wir besuchten hier Bäumchen, der aber krank war und mit Schuhen nach uns warf, sobald wir sein Zimmer betreten wollten. Ein Paprikasalat aus der Kirchenkantine malträtierte unsere Verdauung und außer ein paar strickenden Theologiestudenten, die im Gemeinschaftsraum „die Simpsons“ guckten, wirkte das Gebäude am späten Abend wie ausgestorben. Wir leerten also nach und nach den Bierautomaten und spielten Mau-Mau.
Die lustigen jungen Frauen, die in kleinen Grüppchen, von Hebräisch-Kursen gemartert und hungrig auf Mann durch die Gänge kicherten, um uns in ein Zimmer zu zerren, wo Freundinnen warteten, verpaßten wir immer, wenn wir Bier holen gingen.
Wir hatten es ganz für uns allein!
Dafür sahen wir Jesus.
Ein bärtiger Modellstudent Theologie, hochgewachsen, schlaksig und mit einer milden Müdigkeit im Gesicht, kam aus seinem Zimmer und ging den Gang hinunter. Wir spielten in Sichtweite seiner Tür und als wir das nächste Mal hinsahen, kam er wieder aus seinem Zimmer und ging den Gang hinunter. Konnte das sein? Wir hatten genug Bier dabei, um noch eine Weile zu warten und starrten auf die Tür, um zu überprüfen, was uns unglaublich schien… Sollte er nicht nur so aussehen, sondern vielleicht wirklich ER sein?
Es dauerte nicht mehr lange und ER kam tatsächlich wieder aus seinem Zimmer und ging zum dritten Mal den Gang hinunter! Das war der Beweis! Denn ER hatte es nicht nötig, zurückzugehen, wenn er irgendwo rauskam.
ER schaute immer kurz zu uns hinüber, wenn er aus seinem Zimmer kam. ER sah immer, wie wir ihn anstarrten. ER war das wahrscheinlich gewohnt. ER war über Wasser gegangen. ER konnte so oft aus dem Zimmer kommen, wie er wollte, und immer wieder den Gang hinunter gehen. ER war ER. ER brauchte nicht zurückgehen. ABER ER hatte nicht bedacht, daß er sich zwei Spaßschreibern zeigte, die gleich ungläubig losalberten, ER könne ja mit seiner Bettwäsche ein Seil geknüpft haben, das aus dem Fenster hing und an dem ER immer zurück ins Zimmer klettern konnte. Ob ER nun ER war oder nicht.
ER mochte ER sein, aber würde ER später dreimal ins Zimmer zurückkehren?
Es könnten sich ja auch mehrere Studenten wie ER in dem Zimmer aufhalten? Die hockten da zu zehnt, malten wir uns aus, wie in einer WG mit El-Qaida Schläfern mit ihren Vollbärten....
Als ER also das nächste Mal aus dem Zimmer kam und zu uns herübersah, prusteten wir folgerichtig los wie zwei Schulmädchen, die vom Sportreferendar angesprochen werden.
ER schaute böse zu uns und ging den Gang hinunter. ER war fertig mit uns.
Eingeschüchtert von der Vision klopften wir an Bäumchens Tür, aber als Antwort hörten wir nur einen schweren Schuh von innen abprallen. Wir wichen in die Bibliothek aus, um Mails abzurufen.
„Ah Frank, hier will einer eine neue Lesebühne gründen. Nils Heinrich, weiß nicht, ob du den kennst und er sucht noch Leute, wäre das nicht was für dich?“ „Ja?“, rief ich hinüber und fügte noch ein paar ???? dran.
ER lief plötzlich mit einem Tee an uns vorbei, grüßte nicht und setzte sich an einen Rechner gegenüber.
„Wo denn?“, fragte ich arglos. „Im Wedding!“ Stille. ER lachte. ER hatte eine Mail bekommen.
„Frank?“ „Ja?“ „Soll ich dir die Adresse sagen?“ ER kicherte und schlürfte am Tee.
„Im Wedding?“ „Ja, im Wedding?“ antwortete Thilo. Ich dachte: Oh ja, Wedding. Warum nicht gleich in Schorfheide?
Ich mußte lange nachdenken. Selbst ER war jetzt still und tippte. Hätte ER mir nicht mal helfen können? Ich war immerhin Kirchenmitglied. Aber wenn ich jetzt an diesen Nils eine E-Mail schreiben würde, könnte ich vielleicht nicht mehr zurück? Ich würde Woche für Woche am Donnerstag in den Wedding fahren müssen, um mit mir - und nicht nur mir - völlig unbekannten Menschen Geschichten vorzulesen. Und dann auch noch im Wedding? Man will ja nicht auf ein Schiff steigen, das gleich wieder sinkt. „Mit wem noch?“, fragte ich und hörte ein paar Namen.
Ich hatte zwar schon mal bei O-Ton-Ute gelesen, aber an Robert erinnerte ich mich nicht so lebhaft. Heiko hatte ich mal kurz im Krüger gehört, fand das Lied aber irgendwie kitschig und im Applaus überbewertet. Das war alles, was ich wußte: Robert, Heiko, zwei andere, Wedding.
Ich hab ganz schön lange überlegt.
„Willst du noch die Adresse, ich geh raus?“ fragte Thilo.
Ich schaute zu IHM. Vielleicht könnte ER helfen? ER nickte selbstvergessen Richtung Bildschirm.
„Ach schadet ja nix!“, sagte ich und tippte die Adresse von diesem Nils in eine Adresszeile.
Manch einem mag diese kleine Geschichte etwas merkwürdig vorkommen. Aber genau so wars. So wurde ich ein Brauseboy!

Die BRAUSEBOYS-FESTTAGE sind eröffnet:

Donnerstag, den 24.3. >> DIE BRAUSEGIRLS – Sarah Schmidt, Kirsten Fuchs, Daniela Böhle, Natalia Hantke, Bettina Andrae & Iris Niedermeyer sind: die erste Girlgroup, die lesen und schreiben kann! 21.00 Uhr im Laine-Art, DJ DISCOFOX mixt Cocktails, und zwei Tage später…

Samstag, den 26.3. >> die BRAUSEBOYS-GEBURTSTAGS-GALA – Zwei Jahre suchen wir den Wedding heim und das muß gefeiert werden. Heiko, Hinark, Robert, Nils, Volker & Frank setzen Partymützchen auf und lesen mit den GALA-Ehrengästen VOLKER STRÜBING & ELIS! 21.00 Uhr im Laine-Art.

Hier wie da: Text, Musik und die nettesten finnischen Gastgeber der Welt.

Donnerstag, 24. und Samstag, 26. März, 21 Uhr, im Laine-Art, Liebenwalder Str.39, Hinterhof, nahe U6-Seestraße, U9-Nauener Platz und MetroTram M13 Osram Höfe

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wer den newsletter nicht mehr erhalten möchte, schreibe: „Ich habe ein spezielles Geburtstagsgeschenk für euch!“ in den betreff der zurückgesendeten mail.
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einen schönen Tag noch
wünscht euer
Browserboy


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