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{Schlachteplatte 29.11.05}

>>>>>>>BRAUSEBOYS-NEWSLETTER<<<<<<<<<<<
die Themen:
-Do., 1.12. die BRAUSEBOYS – mit Mischael-Sarim Vérollet! 21 Uhr
-die Nikolausbuben
-Advent, Advent! Einer ist raus!

Ein Tatsachenbericht (nicht für Zahnarztphobiker geeignet)

11:40
Gleich geht’s los zur Schlachtbank. Mein Weisheitszahn links unten muß raus.
Seit Monaten habe ich die Operation aus guten Gründen verschoben und jetzt sind mir keine mehr eingefallen.

12:00
Mein Chirurg ist wortkarg, guckt abfällig und wirkt, als behandle er mich nur, weil die Aussicht besteht, ich könnte ja mal großverdienender Privatpatient werden. Den hochtechnisierten Folterräumen ist eine große Star-Trek Lounge vorgelagert, in der drei gut gelaunte, junge Frauen am Schalter klönen.

12:15
Er spritzt mir literweise Betäubung in das Fleisch um den fraglichen Zahn herum und murmelt etwas von: Das sei schon das Schlimmste gewesen. Fühle mich nicht ernstgenommen. Drei Piekser in das Zahnfleisch können nicht schlimmer sein, als das, was er gleich vorhat. „Wollen sie mich verarschen? Ich weiß doch, was abgeht in der Welt!“ Will ich anmerken, hab mich schließlich wochenlang auf Hypochonderwebseiten informiert, aber er hat vorsorglich meine Zunge mitbetäubt.

12:23
Seine Operationshilfe ist eine schlanke, große Frau mit streng nach hinten gebundener Frisur. Für den herrischen Tonfall ihrer Anweisungen muß man anderswo viel Geld bezahlen.

12:24
„Steiler Zahn!“ ersinnt mein Kalauerkomplex als den im Ernstfall letzten Gedanken meines Lebens, als sich beide knallend die Gummihandschuhe überstreifen.

12:25
Ich bekomme einen Stoff über den Kopf geworfen, mit einem runden Loch in Mundgröße drin, durch das der Chirurg arbeiten kann. Warum ich ihm dabei nicht zuschauen soll, erschließt sich mir sofort. Dann können die Blutfontänen nicht in meine schreckstarr geöffneten Augen spritzen.

12:26
Er scheint irgendwelche Klemmen einzusetzen, Fleisch wegzudrücken und zu schneiden, dann bohrt er wie verrückt an dem Zahn herum, hebelt hier, hebelt dort. Die Frau hält mich an der Schulter fest und zieht mir ständig den Absaugrüssel durch den Mund, der sich aber so schnell wieder mit Sabber und Blut füllt wie die Raucherecke einer Weddinger Hauptschule. Nach drei Minuten geht der Gong und die beiden treten ein paar Schritte zurück und entspannen sich. Dann geht’s in die nächste Runde.

12:50
Nach sechs Runden geht der Zahn plötzlich K.O. und springt dem Arzt förmlich entgegen.

12:52
Mir wird das Tuch vom Gesicht genommen. Der Arzt ist nicht mehr zu sehen. Die Frau besprüht einen Stoffzipfel mit Wasser und wischt mir die Mundwinkel sauber. Male mir aus, wie dieser Vorgang für Privatpatienten optimiert werden könnte.

12:56
Nachdem ich eine Weile durch das Fenster der Praxis dem Treiben der Dealer im Weinbergspark zugeschaut, und die blutigen Zahnsplitter, die im Raum verteilt sind, beharrlich ignoriert habe, während ich letzte Instruktionen erhalte, stehe ich auf und wanke nach Hause. Es ist mir immer noch unbegreiflich, wie jemand diesen Beruf ergreifen kann!

-Donnerstag, den 1.12. >> DIE BRAUSEBOYS – Text und Musik –
mit Nils Heinrich, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning & MISCHAEL-SARIM VEROLLET (www.verollet.com) >>21.00 Uhr /Laine-Art

weitere Infos & Links unter www.brauseboys.de

Text, Musik und die nettesten finnischen Gastgeber der Welt. >Jeden Donnerstag, 21 Uhr< im Laine-Art, Liebenwalder Str.39, Hinterhof, nahe U6-Seestraße, U9-Nauener Platz und MetroTram M13 Osram Höfe (der 4. Donnerstag im Monat ist künftig rauchfrei!)

Kulturhinweis:
-Dienstag, 6.12. Die Nikolausbuben - böse Weihnachtsgeschichten und ganz liebe Lieder"
Frank Grutza, Marc-Uwe Kling, Marco Tschirpke, Udo Tiffert und Nils
Heinrich (Künstlerklub "Die Möwe") >>20 Uhr / Am Festungsgraben 1

-2. Advent: Frank Sorge verkauft Luftballons auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt.

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wer den newsletter nicht mehr erhalten möchte, schreibe die zahl der eigenen, erfolgreich absolvierten weisheitszahn-OPs in den betreff der zurückgesendeten mail.
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Grüße
vom
Browserboy


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